Mein Blick folgt einem rosaroten, pinken, malvenfarbenem Streifen, der sich irgendwo in den Ebenen des Himmels niedergelassen hat. Ein halber Mond prankt inmitten dieses gläsernen Rechtecks, durch das ich sehe. Eine Linse in das All – im Grunde. Etwas in mir möchte hinausgehen in dieses Endlose, sich so niederlassen, wie der Streifen. Aber dort führt kein Weg hin, denn der Ort ist nur eine Täuschung. Ein Phantom, dass meine Sinne erzeugen. Ich versuche den Weg zurückzuverfolgen. Gehirn, Sehnerv, Netzhaut, usw.. Ein Bild, nicht mehr als ein Hologramm, einfallendes Licht, das auf einer organischen Leinwand tanzt und prozessiert wird. Grobe Gefühle kommen auf. Mein ganzer Körper kommt ins Spiel. Es ist nicht nur mein Gehirn. Ich geniesse. Doch wer ist das. Ich weiss es nicht. Es ist nicht die organische Fläche. Das könnte auch eine Maschine leisten. Aber the sum of its parts nimmt wahr, geniesst, macht einen Kinofilm daraus, mit Episoden aus der Vergangenheit und einer imganinierten Zukunft, die sich in das Standbild begeben und es durchwirken. Es ist also doch mehr als die Summe meiner Teile. Aber das bin auch nicht ich. Es ist etwas oder jemand, den oder das ich nicht greifen kann.
An einer bestimmten Stelle halte ich inne und realisiere, dass nur mein Bewusstsein erkennen, wenn auch nicht verstehen kann, was das Rätsel ist. Ungreifbar, unnahbar, und doch ganz nah.
Ich trete ein in diese Welt mit nichts weiter als meinem Körper und meinen Sinnen, einem Bewusstsein und etwas, was selbst dieses Bewusstsein zu übersteigen scheint. Manche sprechen vom Geist. Gewahrsein ereignet sich. Ein Raum ohne Wände und ohne Grenzen.
Amorph, nie ruhend, doch manchmal sehr langsam bis nahezu stillstehend wirkt dieser namenlose Wille, der willenlos ist, der aber fühlbar wird, wenn ich in seinem Rhythmus tanze, in Bewegungslosigkeit langsam bewegt werde, wie er bewegt wird und bewegt zugleich, wenn ich als Zuhörer und Laut zwischen den Gestirnen verklinge – wenn ich er bin, dann ist er ich.